Dienstag, 4. November 2014

Waffen und 3D-Druck Teil 1

Guten Abend,


Wie bereits angekündigt, möchten wir uns in Zukunft auch mit brisanten und umstrittenen Themen im Bereich des 3D-Drucks beschäftigen. Im ersten Beitrag geht es um den 3D-Druck von Waffen. Ziel ist es, einen aktuellen Überblick zu geben, bewerten möchten wir das Ganze nicht.


Letzte Woche erst wurde in Japan ein Universitätsmitarbeiter zu knapp 2 Jahren Haftverurteilt, weil sein Besitz von 5 „selbstgedruckten“ und funktionsfähigen Waffen aufflog. Ein Video im Internet, das zeigt, wie der Japaner seine Waffe zusammenbaut und testet, hatte die zuständigen Behörden in Japan auf den Plan gerufen.

Kann sich jetzt jeder, der einen 3D-Drucker besitzt, seine eigene Waffe anfertigen?

Tatsächlich existieren verschiedene Webseiten, auf denen Waffenbegeisterte ihre Designs austauschen und diese zum Download bereitstellen. Das erste Waffendesign namens „The Liberator“, wurde 2013 von der Gruppe Defense Distributed online gestellt und in kurzer Zeit mehr als 100.000 mal heruntergeladen. Das Bereitstellen dieses Designs wurde zwar offiziell verboten, dennoch konnten User die Datei auf illegalen Plattformen weiterhin herunterladen.
Fast jeder 3D-Drucker der verschiedensten Preiskategorien ist mittlerweile dazu in der Lage eine solche Waffe zu drucken. Die Waffen werden meistens aus Kunststoff hergestellt und sind daher nicht so stabil wie handelsübliche Waffen. Manche sagen, dass die Waffen eine größere Gefahr für den Benutzer selbst sind, als für andere.
Die texanische Firma Solid Concepts hat aber bereits die weltweit erste 3D gedruckte Waffe aus Metall entwickelt, die nach eigenen Angaben ca. 50 Schüsse abfeuern kann. Bei der Herstellung dieser Waffe wird Metallpulver mittels eines Lasers verschmolzen. Die dafür verwendeten Industriedrucker sind allerdings sehr kostspielig, sodass der Verkaufspreis der Waffe bei rund 11.900$ liegt. Solid Concepts kündigte an in naher Zukunft ein neues Modell namens „Reason“auf den Markt zu bringen. Gedruckt wird diese Waffe auf einem EOS M 280 3D-Drucker.

Der 3D-Druck von Waffen wird von vielen Seiten scharf kritisiert. Die Daily Mail warnt davor, dass vor allem in Ländern, in denen strengere Waffengesetze herrschen, dieser Trend fatale Folgen haben könnte. Nicht nur die amerikanischen, sondern auch die deutschen Behörden warnen vor Anschlägen mit den 3D gedruckten Waffen, da die Modelle aus Kunststoff von Metalldetektoren nicht zu erkennen sind.
Gegner dieser Kritik widerlegen das Argument, da Munition und Schlagbolzen weiterhin aus Metall hergestellt werden müssen und somit für die Detektoren erkennbar sind. Des Weiteren wurde von der Firma Radio Physics Solutions bereits ein Detektor entwickelt, der 3D gedruckte Waffen aus Kunststoff erkennt. Dieser könne nicht nur am Flughafen zum Einsatz kommen, sondern auch bei Großveranstaltungen, wie Fußballspielen.

Eine kurze Zusammenfassung:
Die Herstellung einer Waffe durch einen 3D-Druckerist aufwändig und kostspielig und es gibt zahlreiche andere Methoden eine Waffe schneller und vor allem kostengünstiger herzustellen. Die bisherigen Kunststoffwaffen aus dem 3D-Drucker nicht außerdem nicht so stabil und sicher, wie handelsübliche Waffen.
Eine Waffe kann nur dann einen zuverlässigen Schuss abgeben, wenn alle Komponenten exakt auf einander und auf die Munition abgestimmt sind. Wenn eine Patrone geladen wird, sitzt diese im Patronenlager, welches vom Verschlussstück nach hinten abgedichtet wird. Zündet die Patrone, entwickelt sich ein Gasdruck, der das Projektil aus dem Lauf treibt. Dieser Gasdruck ist selbst bei schwachen Ladungen sehr hoch, deswegen werden bei diesen elementaren Teilen einer Schusswaffe nur Metalle verwendet und genau hier ist der Schwachpunkt aller Waffen aus dem 3D Drucker: Sie sind aus Plastik und kann diesen Druck nicht ordentlich Stand halten (http://www.thewire.com/technology/2013/05/theres-no-reason-cops-panic-about-3d-printed-guns/65586/). Nur die aus Metall gedruckte Waffe der Firma Solid Concepts erreicht bisher einen einsetzbaren Standard. Bis ähnliche Waffen in Masse und Zuhause produziert werden können, wird aber noch viel Zeit vergehen. Ob Waffenhersteller ihre Waffen mit einem 3D-Drucker herstellen oder nicht, ändert zunächst nichts an dem gegenwärtigen Gebrauch und Handel von Waffen.
Allerdings wird in den Medien häufig berichtet, dass Waffen aus dem 3D-Drucker der Diskussion um dem privaten Waffenbesitz eine neue Dimension verliehen haben. Die German Riffle Association behauptet im Gegenzug jedoch, dass eine derartige Berichterstattung um die 3D gedruckten Waffen eine „Medienlüge“ sei. Die Benutzer einer Kunststoffwaffe bringen sich selber viel mehr in Gefahr, als seine Mitmenschen oder vermeidlichen Opfer.

Die Herstellung von Waffen mit einem 3D-Drucker hat für viel Diskussionsbedarf gesorgt und ein Licht auf mögliche Nachteile dieses Verfahrens geworfen. Bislang ist es aber nicht möglich gleichwertige Waffen günstig herzustellen und auch vor der Erfindung des 3D-Druckers gab es schon zahlreiche Bastelanleitungen im Internet, um sich seine eigene Waffe zu bauen. Der 3D-Druck ein Verfahren, dass bereits seit über 30 Jahren existiert. Wie und wofür man es verwendet, liegt in der Verantwortung eines jeden selbst.

Wir haben mit diesem Artikel nur einen winzigen Ausschnitt des Themas gegeben. Je länger man sucht, umso mehr Pros und Kontras findet man. Ein Thema, dass wir nicht aus den Augen verlieren möchten und euch auf dem Laufendem halten...


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