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Montag, 7. September 2015

Was haben Fruchtgummis und 3D-Drucker gemeinsam?



Wir sind endlich aus der Sommerpause zurück und wollen Ihnen von nun an wieder aus der spannenden 3D-Druck-Welt berichten...

...und was gibt es Schöneres, als mit etwas Essbarem zu beginnen? Vor einigen Tagen am Hackeschen Markt in Berlin versperrte mir eine Traube von Menschen den Weg. Sie standen alle erwartungsvoll vor einem Cafe, in dem man in den nächsten 8 Wochen (so erfuhr ich wenige Minuten später) seine eigene Süßigkeit 3D drucken kann.

Zurück am PC bin ich der Sache nochmal genauer auf den Grund gegangen. Und tatsächlich: für 5€ kann man sich sein eigenes personalisiertes Fruchtgummi drucken lassen. Zu Beginn sucht man sich unter verschiedensten Vorlagen (vom Oktopus bis hin zum Frosch) seine Süßigkeit aus. Anschließend können noch Geschmacksrichtung, Farbe und Deko bestimmt werden. Per Extrusionsverfahren fertigt der 3D-Drucker dann innerhalb von 5 Minuten ein ca. 10g- schweres verzehrfertiges Fruchtgummi an. Es soll sogar "ganz normal" schmecken. Also lecker sein. Wer mag, sollte sich beeilen und es selbst ausprobieren... Wir haben gehört: Nach einem positiven Testlauf im Berliner Café soll der 3D-Drucker auch an anderen Orten ausgestellt werde...

Donnerstag, 22. Januar 2015

3D-Druck dominiert CES Las Vegas



Schon zum zweiten Mal in Folge gab es auf der internationalen Elektronikmesse CES, die vom 5.-9. Januar 2015 in Las Vegas stattfand, einen eigenen Ausstellungsbereich nur für den 3D-Druck. Im Vergleich zum Vorjahr wurde die Ausstellungsfläche allerdings fast verdoppelt. Über die Messetage verteilt wurden dort spannende Produkte und Themen rund um den 3D-Druck vorgestellt.

Ultimaker stellte zwei neue 3D-Drucker vor: der Ultimaker 2 Go ist die kleinere Version und der Ultimaker 2 Extended die größere Version des bereits existierenden Ultimaker 2. Neugierige können sich diesen auch bei uns im figurenWERK-Laden in Berlin anschauen!
Die Go-Version kann man ab März 2015 vorbestellen und soll bei einer Bauraumgröße von 120 x 120 x 115mm, 1195€ kosten. Im Gegensatz zu den anderen Modellen der Ultimaker-Familie, kann dieser nur mit PLA-Filament arbeiten. Die Extended-Version kann PLA, ABS und U-Pet verarbeiten, verfügt über eine Bauraumgröße von 230 x 225 x 305mm und ist ebenfalls ab März 2015 für 2495€ vorbestellbar.

Eine weitere Neuheit, die auf der CES bereits präsentiert wurde, ist der von einem Team der Havard-Universität entwickelte 3D-Drucker Voxel8. Dieser ist einer der Drucker, die künftig mit mehreren Materialen komplexere Objekte drucken kann. Langfristig soll es sogar möglich sein mit diesem Drucker Systeme wie Hörgeräte oder Wearables in Schichten zu erzeugen. Bis Ende 2015 planen die Entwickler den Drucker serienreif für einen Kaufpreis von ca. $9000 zu produzieren.

Auch die Firma 3D Systems war auf der Elektronikmesse vertreten. Neben der Vorstellung des Schokoladendruckers CocoJet sprachen der 3D SystemsCEO Avi Reichental und CCO will.i.am unter dem Motto „HomeOf The Now“ über den Einfluss der 3D-Druck Technologie auf unseren Alltag.

Highlight der Messe war jedoch die Verleihung des „Best of CES Award 2015“. In der Kategorie „3D-Druck“ gewann der irische 3D-Papierdrucker-Hersteller Mcor. der einzige Hersteller für 3D-Papierdrucker für Endverbraucher.

Das nächste Mal findet die CES im Januar 2016 in Las Vegas statt.

Donnerstag, 18. Dezember 2014

3D gedruckte Schokolade im Museum



Der Schokoladenhersteller Hershey’s eröffnet in seinem Vergnügungspark in Pennsylvania eine Schokoladen-3D-Druck Ausstellung. In Zusammenarbeit mit 3D Systems haben Besucher ab morgen die Möglichkeit nicht nur dem 3D-Druck von Süßigkeiten zuzuschauen, sondern finden dort auch eine bereits fertig gedruckte Auswahl an Schokomodellen. Die Attraktion des Museums ist aber der Scanner, mit dem sich Besucher einscannen lassen können, um so ein virtuelles 3D-Schokoladenmodell von sich selbst erstellen zu lassen. D.h. jeder Besucher kann sich anschauen, wie er als Schokoladenfigur aussehen würde. Der Drucker namens ChefJet Pro stammt aus dem Hause 3D Systems.

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Medikamente aus dem 3D-Drucker



Schon vor knapp drei Jahren stellte Lee Cronin, Professor an der University of Glasgow, seine Vision von selbstgedruckten Medikamenten vor (Video). Mit dem 3D Chemputer möchte der Chemiker ein System entwickeln, mit dem man nur eine Website oder App benötigt, um eine Datei und die „Tinte“ herunterzuladen und anschließend die passenden Medikamente zuhause im 3D-Drucker auszudrucken. Der britischen Zeitung The Guardian erklärt er: „Das was Apple für Musik entwickelt hat, möchte ich für die Entwicklung und Verbreitung von Medikamenten erreichen.“ Die Neuheit auf dem Gesundheitsmarkt soll viele Vorteile mit sich bringen, denn künftig gelange man schneller und gezielter an die Medikamente, die man braucht. Sie können außerdem auf die individuellen Bedürfnisse des Konsumenten angepasst werden und so effizienter wirken. Die „Zutaten“ für verschreibungspflichtige Medikamente sollen mittels einer Sicherheitsstrategie und nur nach Vorlage des Rezepts zum Download bereitstehen. Natürlich besteht auch die Gefahr von Missbrauch, besonders bei der Herstellung von illegalen Drogen. Es ist sogar möglich illegale Drogen zu drucken, ohne dabei auf illegale Rohstoffe zurückgreifen zu müssen. Auch wenn die Herstellung weiterhin verboten wird, ist eine derartige Nutzung nicht ausgeschlossen.
Der Autor Mike Power nimmt sich dieses Problem in seinem Buch „Drugs 2.0: The Web Revolution That'sChangingHowthe World Gets High“ zum Thema und warnt davor, dass bald jeder, egal ob er Erfahrung im Umgang mit Chemikalien hat oder nicht, sich Dateien und „Zutaten“ runterladen kann, um seine ganz persönliche Droge herzustellen. Auf Grund der Illegalität bring diese Art der Drogenherstellung natürlich auch einige Nachteile mit sich. Mike Power entgegnet jedoch, dass das eigentliche Problem bei der Qualitätssicherung der Drogen liegt und nicht bei der Art der Herstellung. Ob die Drogen aus dem 3D-Drucker kommen oder vom Schwarzmarkt,würde nicht viel an der Schwierigkeit der Beschaffung, noch an der Menge des Konsums ändern.
Die Forscher von der University of Glasgow sehen dies ähnlich, zumal es noch einige Jahre bis zu einem marktreifen Prototyp brauchen wird, bei dem eine Sicherheitssoftware größtmöglichen Missbrauch verhindern soll. Forscher der University of Central Lancashire spezifizieren dies nochmal und gehen davon aus, dass selbstgedruckte Medikamente schon in weniger als 10 Jahren Einzug in viele Haushalte erhalten wird.

„Thanks to this technology, the invented system can provide medical institutions with a newoption.“

Montag, 17. November 2014

Fleisch aus dem 3D-Drucker



Guten Tag :-)

Im Schnitt verzehrt jeder Deutsche 60kg Fleisch pro Jahr und schon 1kg Fleisch aus konventioneller Erzeugung ist für das Klima so schädlich, wie eine Autofahrt nach Rom.
Schon seit längerem steht der immer wachsende Fleischkonsum unter einem schlechten Licht. Vor diesem Hintergrund hat das Start-Up Unternehmen Modern Meadow eine Technologie entwickelt, um die Umweltkosten für die Fleischproduktion (Boden, Wasser, Energie) drastisch zu senken. Mit dem neuen Verfahren, namens „Biofabrication“, soll es möglich Fleisch und Leder aus Biotinte zu gewinnen. Zunächst wird Kühen Zellgewebe entnommen, das von Forschern isoliert und teilweise modifiziert wird. In einem Bioreaktor vermehren sich diese Zelle dann millionenfach, um anschließend in einem 3D-Drucker zu einer festen Masse zusammengefügt zu werden. In biochemischen Prozessen reifen die Zellkulturen wochenlang heran und werden ersteinmal zu Häuten - bisher konzentriert sich nämlich Modern Meadow auf die Herstellung von Leder.
In einem Video erläutert Andras Forgacs, einer der Gründer des Start-Ups, das Verfahren und den großen ethischen, aber auch umwelttechnischen Nutzen dieser Technologie.

Eine Umfrage ergab jedoch, dass zum jetzigen Zeitpunkt 80% der Amerikaner das künstlich hergestellte Fleisch nicht essen würden. Bisher sind außerdem die Herstellungskosten sehr hoch. Bei einer Verköstigung im letzten Jahr, kostete ein Burger aus dem Labor rund $325.000. Diese Preise können erst mit Einführung einer Massenproduktion und weiteren technischen Fortschritten, drastisch gesenkt werden. „Die größte Hürde ist aber nicht die Wissenschaft“, argumentiert Ethan Brown, der CEO von Beyond Meat, eine Unternehmen, dass sich auf die Herstellung von Fleischersatzprodukten aus verschiedenen Protein spezialisiert hat, „sondern unsere Kultur. Immerhin verzehren wir schon seit 2 Millionen Jahren "richtiges" Fleisch.“ Die National Cattlemen’s Beef Association betont außerdem, dass Konsumenten einer künstlichen Herstellung nicht vertrauen würden, denn ein Laborprodukt könnte niemals die Hingabe eines Bauern zu seinem Produkt und dem Endkunden ersetzen. Das sei auch der Hauptgrund, warum es noch lange dauern wird, bis eine Massenproduktion umzusetzen ist.
Hinsichtlich des Geschmacks, konnten einige Kritiker bereits beruhigt werden. Bei der Verköstigung im letzten Jahr reagierte das Fachpublikum äußerst positiv auf das gezüchtete und „gedruckte“ Fleisch. Das Produkt kam so gut an, dass einige Verkoster keine Geschmacksunterschied feststellen konnten. Allerdings wurde nur ein Burger verteilt und gerade in Gourmetkreisen gibt es weitaus komplexere Fleischprodukte, wie Dry Aged Steak oder Filetsteak vom Wagyu-Rind. Würde aber allein nur die Produktion von Massenprodukten (wie z.B. Hackfleisch) ersetzt werden, wäre das ein großer Schritt in Richtung eines umweltfreundlichen und ethisch vertretbaren Fleischkonsums.

Neil Stephens, Forscher an der University of Cardiff, betont abschließend, dass es aus der Sicht eines Biologen ausreicht, künstlich hergestelltes Fleisch als Fleisch zu bezeichnen, sobald die Zusammensetzung ähnlich genug ist. Aus der Sicht eines Soziologen definiert sich Fleisch aber nicht aus seiner Zusammensetzung, sondern welchen Wert und Sinn die Gesellschaft Fleisch beimisst. Unter diesen Umständen ist die neuartige Herstellung von Fleischprodukten eher eine Lebenmittelneuheit als ein Fleischersatz. Trotz alledem birgt das „Biofabrication“-Verfahren großes Potential die Fleischproduktion an die stetig wachsende Weltbevölkerung anzupassen und nachhaltiger zu gestalten.Wie man persönlich dazu steht, bleibt jedem - wie zumeist - selbst überlassen.
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